FSC - Waldzertifizierung

Massstab für die Waldbewirtschaftung

Zertifizierer im Wald (© FSC Deutschland)© FSC DeutschlandDie FSC-Waldzertifizierung bildet das Herzstück des FSC-Systems. Sie bestätigt, dass ein bestimmtes Waldgebiet gemäss der FSC-Prinzipien und -Kriterien bewirtschaftet wird.

Das Leitbild des FSC ist die natürliche Waldgesellschaft. Baumarten, Pflanzen, Tiere und Pilze – alles was ohne menschlichen Einfluss im Wald vorkommt, bildet dieses System. Diese in Jahrtausenden entstandenen Lebensgemeinschaften sind sehr resistent gegen äussere Einflüsse wie Schnee, Sturm, Feuer oder Klimaveränderungen. Forstbetriebe, die ihre Wälder nach den FSC-Standards bewirtschaften, tragen einen grossen Teil dazu bei, diese natürlichen Waldgesellschaften zu erhalten oder neu zu schaffen.

Für den Schutz der biologischen Vielfalt sowie als Lern- und Vergleichsflächen werden ungenutzte Waldflächen, sog. Referenzflächen, ausgewiesen. Zudem sind alte Bäume, Baumgruppen, Totholz sowie die an die natürliche Zerfallsphase des Waldes gebundenen Lebensräume von Tieren und Pflanzen integrale Bestandteile der nachhaltigen, naturnahen Waldwirtschaft. Kahlschlag und Chemieeinsatz sind grundsätzlich untersagt (in der Schweiz gilt eine restriktive Ausnahmebewilligung für den Einsatz von Insektiziden auf Nadelholzlagern im Wald).

Über integrierte Sozialstandards werden darüber hinaus lokale Interessen berücksichtigt, die Rechte der Arbeitnehmer gesichert und ein umfassender Unfallschutz sowie ein hoher Ausbildungs- und Sicherheitsstandard gefordert. Ziel ist eine wirtschaftlich tragfähige Betriebsführung durch eine effiziente und schonende Ressourcennutzung.

Der FSC hat 10 Prinzipien und 56 Kriterien, die für alle Wälder weltweit gelten. Auf Grundlage dieser Prinzipien und Kriterien entwickeln nationale Arbeitsgruppen nationale Standards.


Holzlager dürfen in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein im FSC-zertifizierten Wald unter bestimmten Voraussetzungen mit Insektiziden geschützt werden

Wie FSC® International ist sich die schweizerische Gesetzgebung der Problematik des Spritzens von Holzpoltern im Wald bewusst. Für die FSC zertifizierten Wälder ist ein ESRA (Environmental Social Risk Assessment) für die Schweiz und FL erstellt worden, das wie eine Umweltverträglichkeitsprüfung die Risiken für Umwelt und für die sozialen Gefüge aufzeigt. Die Gesetzgebung in der Schweiz und FL ist ein Teil davon.


So funktionierts

Mit der Zertifizierung von Forstbetrieben nach FSC-Richtlinien wird diesen von unabhängigen Gutachtern bescheinigt, dass sie Ihren Wald nach hohen ökologischen und sozialen Standards bewirtschaften.

Der Prozess der Zertifizierung wird auf Initiative des Waldbesitzers eingeleitet. Den Rahmen der Zertifizierung setzen die FSC-Prinzipien und Kriterien, die für alle Wälder der Erde gelten.
In jedem Land werden die Prinzipien und Kriterien auf die nationalen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten heruntergebrochen. Das Ergebnis dieses Prozesses für die Schweiz ist der Schweizer FSC-Standard.

Der interessierte Forstbetrieb kann sich an einen vom FSC anerkannten Zertifizierer wenden und ihn beauftragen, den Forstbetrieb zu begutachten. Entspricht dieser den Anforderungen des Schweizer FSC-Standards, so wird dem Forstbetrieb die Verwendung des FSC-Logos vertraglich zugesichert.