EUTR = European Timber Regulation

Der Ausschluss von illegalem Holzeinschlag ist seit jeher eine der grundlegenden Säulen in der FSC-Waldbewirtschaftung. Instrumente wie die FSC- Produktkettenzertifizierung (COC) oder auch das FSC Controlled Wood System zielen genau darauf ab, Materialströme identifizierbar zu halten und nicht akzeptable Holzherkünfte aus der FSC-Produktkette auszuschliesen.


Die EU-Gesetzgebung hat definiert, welche Ansprüche sie an Zertifizierungssysteme stellt. Seither ist klar, dass das FSC-System für alle drei Ebenen des betrieblichen Sorgfaltspflichtverfahren wertvolle und belastbare Informationen und Hilfen liefern kann.

Das Gesetz, das am 03. März 2013 in Kraft trat, fordert vor allem von importierenden Unternehmen zentrale Nachweise für den Ausschluss von illegalen Holzquellen. Dazu muss jeder Importeur ein betriebliches Sorgfaltspflichtverfahren umsetzen, das sich auf drei zentrale Säulen stützt:

  • Informationsbeschaffung
  • Risikobewertung
  • Risikominderung

Das Dokument „FSC und EUTR – Ein Leitfaden für Firmen, die FSC-zertifizierte Materialien in die EU importieren“ erläutert, wie “Marktteilnehmer”, die erstmalig Holz oder Holzerzeugnisse auf dem EU-Binnenmarkt in Verkehr bringen, das FSC-System als Teil ihrer Sorgfaltspflichtregelung (engl. Due Diligence System, DDS) verwenden können, um so den Anforderungen der EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) gerecht zu werden.
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Holzhandelsregulierung in der Schweiz

Ab dem 1. Januar 2022 ist es in der Schweiz verboten, illegal geschlagenes Holz und die daraus gefertigten Produkte in Verkehr zu bringen. Gleichzeitig mit dem revidierten Umweltschutzgesetz (USG) tritt die neue Holzhandelsverordnung (HHV) in Kraft. Sie verlangt von allen Marktakteuren ihre Pflicht zur Sorgfalt einzuhalten und die Risiken für illegales Holz zu minimieren.

Der Bundesrat setzt das revidierte Umweltschutzgesetz (USG) zum Verbot des Handels von illegal geschlagenem Holz und den daraus gefertigten Produkten auf den 1. Januar 2022 in Kraft. Das revidierte Gesetz wurde 2019 vom Parlament angenommen und bildet die gesetzliche Grundlage für die neue Holzhandelsverordnung (HHV), die gleichzeitig in Kraft tritt. Mit der HHV schafft der Bundesrat im Auftrag des Parlaments eine gleichwertige Regelung zu derjenigen in der Europäischen Union (EU; EUTR 995/2010). Ziel ist es zum einen, dass in der Schweiz kein Holz und keine Holzerzeugnisse in Verkehr gebracht werden, die illegal geschlagen oder gehandelt wurden. Durch die Bekämpfung des illegalen Holzschlags und -handels werden die Entwaldung, aber auch der Verlust der Biodiversität eingedämmt. Das hilft im Kampf gegen den Klimawandel. Zum anderen, sollen Handelshemmnisse zwischen der Schweiz und der EU abgebaut werden.


Das gehört zur Sorgfaltspflicht
Wer Holz und Holzerzeugnisse erstmalig in der Schweiz auf den Markt bringt, ist dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass diese legal geerntet und gehandelt wurden. Um dies nachzuweisen, bauen die Marktteilnehmer am besten ab sofort ein Sorgfaltspflichtsystem auf. Was es dazu braucht, lesen Sie hier nach.

Vollzug und Kontrolle
Der Vollzug liegt grösstenteils beim Bundesamt für Umwelt (BAFU). Während das BAFU sich in erster Linie auf Unternehmen fokussiert, die grosse Mengen Holz aus riskanten Ländern einführen, kümmern sich die Kantone um Holz, das im Schweizer Wald geerntet wird.


Häufig gestellt Fragen (FAQ)
Was bringt die neue Regelung und wer ist betroffen? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.