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Montag, 04 Januar 2021
Neue Zusammenarbeit zum Thema Hochwertige Wälder

FSC International, die ETH Zürich, das französische Agrarforschungszentrum für internationale Entwicklung, die Universität Lüttich und Biotope freuen sich, ihre Zusammenarbeit bekannt zu geben, um sich an der globalen Diskussion über Wälder zu beteiligen.


Die Zusammenarbeit wird insbesondere Waldlandschaften, Waldklima, Waldbiodiversität und die Resilienz der Waldbevölkerung untersuchen. Um dies zu erreichen, wird die Gruppe einen datengesteuerten Ansatz verfolgen, um hochwertige Wälder, ihre Werte und ihr vorgeschlagenes Management zu identifizieren.

In einem ersten Schritt der Zusammenarbeit wird ein Konzept und eine Definition für den Begriff "hochwertige Wälder" entwickelt. Dieses Konzept wird Primärwälder, Wälder mit altem Wachstum, alte Wälder, gefährdete Wälder und Wälder mit hohem Erhaltungswert sowie Hotspots der Waldbiodiversität und indigene Kulturlandschaften umfassen. Es wird bestehende verwandte Konzepte berücksichtigen und auf besten wissenschaftlichen Erkenntnissen und professioneller Praxis beruhen. Es wird eine Karte erstellt, auf der diese Wälder verzeichnet sind, die Merkmale ihrer Werte identifiziert und ihre Bedeutung in den jeweiligen Landschaften erforscht. Landschaften werden in ihrer Gesamtheit betrachtet, zusammen mit globalen Herausforderungen wie Schutz der Biodiversität, Klimaresilienz, Ernährungssicherheit, indigene Kulturlandschaften und so weiter.

Die abgeschlossene Kartierung wird genutzt, um verschiedene Forschungsempfehlungen für das Management von hochwertigen Wäldern zu betrachten. Diese wiederum werden den beteiligten Organisationen helfen, innovative Wege zur Einbindung von Mitgliedern und Interessenvertretern zu organisieren, um Szenarien zur Landschaftsnutzung zu entwickeln, die in Pilotprojekten getestet werden sollen.


Die Forschungsempfehlungen werden unter anderem darauf abzielen, eine neue Grundlage für die Diskussionen über intakte Waldlandschaften (IFLs) im FSC zu schaffen. Seit der Verabschiedung des Antrags 65 zu IFLs auf der FSC-Generalversammlung im Jahr 2014 ist das Thema in der Organisation sehr umstritten und spaltet die Gemüter.

Obwohl in der FSC-Mitgliedschaft weithin anerkannt wird, dass IFLs identifiziert und geschützt werden müssen, wurden von Zertifikatsinhabern, Regierungen und FSC-Mitgliedern immer wieder starke Bedenken gegen Antrag 65 vorgebracht. Eine der grössten Herausforderungen ist die Frage, ob es machbar ist, die Mehrheit der IFLs innerhalb bereits bestehender Forstkonzessionen strikt zu schützen, und was die Alternative ist, wenn die FSC-Zertifizierung dieser Gebiete keine Option mehr ist. Stakeholder haben in Frage gestellt, ob es möglich ist, den Status des Naturschutzes in der weiteren Landschaft bei den Entscheidungen bezüglich Schutz und Management innerhalb der FSC-zertifizierten Waldbewirtschaftungseinheit zu berücksichtigen.

Eine weitere Herausforderung ist die Tatsache, dass FSC-zertifizierte Konzessionen oft relativ kleine Teile einer grösseren Landschaft mit hohen Werten sind. Eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung in den zertifizierten Konzessionen wird nicht ausreichen, um naturbasierte Lösungen für kritische globale Herausforderungen wie den Schutz der biologischen Vielfalt, die indigene und soziale Resilienz und die Abschwächung des Klimawandels zu finden. Die Forschungsbemühungen werden mit den FSC-Mitgliedern und Stakeholdern zusammenarbeiten, um Möglichkeiten des Engagements mit anderen Partnern zu erkunden, um Lösungen für die grössere Landschaft zu finden, in der sich FSC-zertifizierte Gebiete befinden.