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Donnerstag, 25 April 2019
Restriktiver Einsatz von Pestiziden

Buchdruck Borkenkäfer

Holzlager dürfen in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein im FSC-zertifizierten Wald unter bestimmten Voraussetzungen mit Insektiziden geschützt werden.


Im Grundsatz ist der Einsatz von Pestiziden unter FSC verboten. Waldeigentümer und Holzindustrie haben beim FSC International um eine Ausnahmebewilligung ersucht. Dem Gesuch für im Wald gelagertes Nadelholz Insektizide gegen holzzerstörende Insekten einzusetzen, ist teilweise entsprochen worden. An die Zulassung der 2 Wirkstoffe Cypermethrin und Alpha-Cypermethrin sind aber konkrete überprüfbare Bedingungen geknüpft.

FSC International hat die Tatsache, dass viele Sägereien und Waldbesitzer in der Schweiz ihr Rundholz im FSC-zertifizierten Wald lagern (statt auf Rundholzplätzen) berücksichtigt und einer Ausnahmegenehmigung für den weiteren Einsatz von bestimmten Insektiziden gegen den Gestreiften Nutzholz-Borkenkäfer zugestimmt.

Zwei Wirkstoffe sind ausnahmsweise zugelassen (FSC Pesticide Derogation):

Cypermethrin auf Holzlager (bis August 2019)
Gegen Xyloterus lineatus (= Trypodendron lineatum) darf Cypermethrin in der Schweiz und Liechtenstein eingesetzt werden, falls die folgenden 6 Bedingungen erfüllt werden:
1. Spritzen, nur falls keine andere Möglichkeit rentabel ist.
2. Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Forstschutz (AGFS) mit dem Ziel, vom chemischen Holzschutz wegzukommen und alternative Schutzkonzepte, z.B. Ökotextilien, auszutesten.
3. Monitoring der Borkenkäfer in den Waldungen, um minimale und optimale Anwendung der Spritzmittel sicherzustellen.
4. Vorschriften, Gesetze und Verordnungen in der Schweiz und Liechtenstein sind strikte zu befolgen, insbesondere der Schutz der Anwender und die Pufferzone um Wasserschutzgebiete und besondere Habitate, z.B. Schutzgebiete, ist zu beachten.
5. Der Verbrauch von Cypermethrin muss jährlich im FSC Audit Bericht erfasst werden. Die Holzlogistik soll weiter verbessert werden.
6. Informieren der Spaziergänger an häufig begangenen Waldorten über den Einsatz von Spritzmitteln auf Holzlager.


Alpha-Cypermethrin als bevorzugter Wirkstoff zur Behandlung von Schutz-Netzen auf Holzlager (bis August 2019).
Gegen Xyloterus lineatus (= Trypodendron lineatum) darf Cypermethrin in der Schweiz und Liechtenstein eingesetzt werden, falls die folgenden 9 Bedingungen erfüllt werden:
1.) Spritzen, nur falls keine andere Möglichkeit rentabel ist.
2.) Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Forstschutz (AGFS) mit dem Ziel, vom chemischen Holzschutz wegzukommen und alternative Schutzkonzepte, z.B. Ökotextilien, auszutesten.
3.) Die mit Alpha-Cypermethrin behandelten Netze sind der Ausbringung von flüssigem Alpha-Cypermethrin vor zu ziehen.
4.) Monitoring der Borkenkäfer in den Waldungen, um minimale und optimale Anwendung der Spritzmittel sicher zustellen.
5.) Vorschriften, Gesetze und Verordnungen in der Schweiz und Liechtenstein sind strikte zu befolgen, insbesondere der Schutz der Anwender und die Pufferzone um Wasserschutzgebiete und besondere Habitate, z.B. Schutzgebiete, ist zu beachten.
6.) Der Verbrauch von Alpha-Cypermethrin muss jährlich im FSC Audit Bericht erfasst werden. Die Holzlogistik soll weiter verbessert werden.
7.) Bei Verwendung von Netzen (mit Alpha-Cypermethrin behandelt) sind diese regelmässig zu kontrollieren, um gefangene Tiere (va. Vögel) zu verhindern und die Beschädigung der Netze einzudämmen.
8.) Bei Verwendung von Netzen (mit Alpha-Cypermethrin behandelt) ist der Hersteller zu kontaktieren, um eine sichere Beseitigung der alten Netze zu gewährleisten.9.) Informieren der Spaziergänger an häufig begangenen Waldorten über den Einsatz von Spritzmitteln auf Holzlager.




Folgende Wirkstoffe sind seit 7.8.2014 in FSC-zertifizierten Wäldern verboten:

Lambda-Cyhalothrin: FSC Int. weist auf die stark giftigen Dämpfe hin, die sehr gefährlich für die Anwender sind, und von den vier beantragten Insektiziden hat L-C das höchste Risiko in der Natur angereichert zu werden („the bio-concentration factor is 4982 (high calculated bioaccumulation potential; source: Footprint 2014“).

Deltamethrin: FSC Int. verweist auf den Hinweis des BLW , dass Holzschutzprodukte (ArboRondo DM 150, Gladiator) ein aromatisches Lösungsmittelnaphta (aus Erdöl) enthalten, das in der Natur hoch giftig und in der Rinde für längere Zeit nachweisbar sei. Bei Entrindung im Wald kann das Lösungsmittel in die Natur ausgewaschen werden.

Chlorpyriphos und Zeta-Cypermethrin: Mit dem Einverständnis der Anwender in der Schweiz sollen die Wirkstoffe Chlorpyriphos, wegen der Giftigkeit für Vögel (Ethyl) und Zeta-Cypermethrin, wegen der besonderen Giftigkeit für Bienen, ab Mitte 2014 in FSC zertifizierten Wäldern nicht mehr eingesetzt werden. Für diese beiden Wirkstoffe wurde auf ein Gesuch verzichtet.