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Freitag, 06 März 2015
FSC trennt sich von DLH


FSC beschließt Dissoziation der DLH-Gruppe aufgrund von Auseinandersetzungen mit Stakeholdern in Liberia. Mit seiner Entscheidung unterstreicht der FSC, dass die Organisation Verbesserungsimpulse für den Wald auch über die Grenzen des eigenen Zertifikats hinaus erreichen will und sich sowie alle Zertifikatsinhaber damit vor möglichen Reputationsrisiken schützen möchte.

Bonn, Deutschland (12. Februar 2015) – Der Internationale Vorstand des Forest Stewardship Council (FSC) hat beschlossen, alle Beziehungen mit der Dalhoff, Larsen und Horneman (DLH) Gruppe zu beenden. Diese einseitige Trennung beinhaltet sowohl die sofortige Beendigung der FSC-Mitgliedschaft von DLH als auch die Aufhebung aller FSC-Zertifikate von DLH. Der Zertifikatsentzug wird drei Monate nach Bekanntgabe der Entscheidung durch den FSC International wirksam.

Seine Entscheidung traf der internationale FSC- Vorstand auf Grundlage einer umfangreichen Untersuchung, durch ein unparteiisches Beschwerdegremium. Dies kam zu dem Schluss, dass DLH an für den FSC inakzeptablen und rechtlich illegalen Aktivitäten in Liberia beteiligt war. Insbesondere die bestätigte Beteiligung am Handel mit illegal geschlagenem Holz war für den FSC ausschlaggebend.
„Der Kauf von illegal geschlagenem Holz hat gravierende Auswirkungen auf die Rechte und den Lebensunterhalt der Land besitzenden Gemeinden und die Menschen vor Ort. Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der DLH-Gruppe gefährdet die Glaubwürdigkeit des FSC-Systems“ sagte Kim Carstensen, internationaler FSC-Geschäftsführer.

Die Disassoziierung ist die Konsequenz aus einer formalen Beschwerde, die von Global Witness im Februar 2014 (wie im August 2014 im Newsletter berichtet) bei FSC eingereicht wurde. In der Beschwerde wurde DLH vorgeworfen, illegales Holz geerntet, unter Nutzung des "Liberian Private Use Permits“ eingekauft und dieses nach Bangladesch, China und Frankreich exportiert zu haben. Diese Lizenz und damit auch die Holzeinschläge auf Grundlage dieser Lizenz verstoßen gegen gültiges liberianisches Recht. So auch im Fall der Holzeinschläge von DLH.

Das Beschwerdegremium wurde zur unabhängigen Prüfung der Vorwürfe im Juli 2014 eingesetzt. Nach einer umfangreichen Untersuchung kam das Beschwerdegremium zu dem Schluss, dass es eindeutige und überzeugende Beweise vorliegen habe, die belegen, dass DLH und seine Tochtergesellschaften im Jahr 2012 wiederholt illegales Holz in Liberia gekauft haben.

Der FSC hat nun eine Reihe von Bedingungen für die mögliche Wiederaufnahme definiert, die zunächst durch die DLH-Gruppe erfüllt werden müssen, um anschließend die Dissoziation der Unternehmensgruppe aufzuheben. Zertifikate und Mitgliedschaft müssten nach einer Aufhebung der Disassoziation zunächst neu beantragt werden. Folgende Bedingungen wären zu erfüllen:

  • Ein Aktionsplan, basierend auf der freien, vorhergehenden und Zustimmung der betroffenen Gemeinden in Liberia, wurde entwickelt. Dieser ist fest implementiert und wird von einer namhaften NGO überwacht. Die Gemeinden in Liberia, die von der Beschaffung über die „Private Use Permits“ durch DLH betroffen waren, werden im Zuge dessen für deren Verluste und entgangene Einnahmen entschädigt. Es findet im Zuge dessen eine Kompensation für potenziell umgewandelten Naturwald oder zerstörte Wälder mit hohem Schutzwert statt. Der Aktionsplan muss vom FSC-Vorstand vor dessen Implementierung  genehmigt werden.
  • Die gründliche Überprüfung durch Dritte bestätigt, dass die Sorgfaltspflichtregelungen von DLH mit relevanten Best Practice-Standards auf dem Papier wie auch in der praktischen Umsetzung über eine Bandbreite von verschiedenen Betriebsstellen mit hohem Risiko konform gehen. Diese stellen sicher, dass Vorkommnisse wie die in Liberia bei DLH nicht erneut auftreten.
  • Kosten, die dem FSC für die Einrichtung und die Arbeit des Beschwerdegremiums anfielen, wurden erstattet.
  • [/list]Weitere Informationen, einschließlich einer öffentlichen Zusammenfassung des Berichtes des Beschwerdegremiums, finden Sie auf Englisch unter: http://ic.fsc.org/gw-v-dlh.