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Montag, 05 Februar 2018
Überarbeitete Version 2 des Standards FSC-STD-50-001 über die FSC-Warenzeichen für Zertifikatsinhaber

Elemente des FSC Warenzeichens auf Produkten

Schneller und flexibler: die neuen Warenzeichen-Regeln für Zertifikatsinhaber


Die Überarbeitung soll es den Zertifikatsinhabern einfacher machen, ihre FSC-Produkte zu kennzeichnen und zu bewerben. Dabei wurde darauf geachtet, dass der FSC auch nach diesen Änderungen seine hohe Glaubwürdigkeit behält.

Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Option zur Erteilung der Freigabe durch eigenes Personal (Warenzeichen-Verwaltungssystem)
  • Grössere Flexibilität bei der Auswahl der einzelnen Elemente bei der Kennzeichnung
  • Geringere Mindestgrösse des Logos
  • Wegfall einiger einschränkender Vorgaben
  • Einarbeitung von Anweisungen (engl. „Advice Notes“), die seit dem vorherigen Standard veröffentlicht wurden
  • Vereinfachung der Sprache zur besseren Verständlichkeit

Managementsystem für den Einsatz der Warenzeichen
Eine Herausforderung für Zertifikatsinhaber beim Einsatz der FSC-Warenzeichen ist das Einholen der Freigaben von den Zertifizierungsstellen. Wir wissen, dass dies besonders bei engen Zeitplänen problematisch sein kann. Der neue Standard bietet Zertifikatsinhabern unter den folgenden Voraussetzungen die Option für eine Selbstfreigabe der Warenzeichen an:

- Die Organisation hat den Prozess zur Warenzeichenfreigabe intern festgelegt.
- Eine geschulte Person mit der Verantwortung über die Warenzeichenfreigabe wird eingesetzt.
- Der Zertifikatsinhaber kann gute Erfolgsreferenzen für den Einsatz der Warenzeichen vorweisen.

Die Zertifizierungsstelle entscheidet über die Zulassung des Selbstfreigabeverfahrens. Die Details zu allen Anforderungen werden im Anhang A des Standards dargestellt.
Anmerkung: Zertifikatsinhaber sind nicht dazu verpflichtet, ein Managementsystem für die Warenzeichen umzusetzen. Sie können wie bisher alle Einsätze der Warenzeichen von der Zertifizierungsstelle genehmigen lassen.

Die Mini-Kennzeichen
Derzeit können die Mini-Kennzeichen nur unter bestimmten Bedingungen benutzt werden. Beispielsweise wenn ein Produkt kleiner als eine definierte Grösse ist oder zu wenig freie Fläche zur Verfügung steht. Mit dem neuen Standard wurden die Kategorien Voll- und Mini-Kennzeichen entfernt. Stattdessen gibt es nun obligatorische und optionale Elemente für alle Kennzeichen. Die Mini-Kennzeichen und Teile davon können jetzt unabhängig von der Produktgrösse oder der freien Fläche eingesetzt werden.

Platzierung der FSC-Kennzeichen
Der aktuelle Standard fordert, dass FSC-Produktkennzeichen deutlich sichtbar auf dem Produkt oder der Verpackung zu sehen sind. Diejenigen, die mit der FSC-Standard-Terminologie vertraut sind, werden den kleinen aber feinen Wechsel von „müssen“ (engl. „shall“) zu „sollten“ (engl. „should“) begrüssen. Auch wenn die Kennzeichnung eindeutig zu erkennen sein sollte, gibt es Situationen, in denen das so nicht möglich ist. Ein Beispiel dafür sind Verpackungen von Medikamenten, bei denen gesetzliche Vorschriften definieren, was auf der Aussenverpackung zu sehen und nicht zu sehen sein darf. In so einem Fall kann das Produktkennzeichen auf der Innenseite der Verpackung angebracht werden.
Anmerkung: Nicht-zertifizierte Warenzeichenlizenzinhaber (z.B. Einzelhändler) können Produkte nur dann als FSC-zertifiziert bewerben, wenn die FSC-Kennzeichnung für den Konsumenten eindeutig sichtbar ist.

Anforderungen zur Grösse
Es wird nicht mehr zwischen Voll- und Mini-Kennzeichen unterschieden. Die Mindestgrösse für alle Kennzeichenarten wurde verringert. Die vorrangige Bedingung ist nun, dass sowohl Kennzeichnung als auch Text lesbar sind. Auch wenn Lesbarkeit durchaus subjektiv wahrgenommen werden kann, hoffen wir, mit dem neuen Ansatz Zertifikatsinhabern das Verwenden der Kennzeichnungen zu vereinfachen und damit die Anzahl der Produkte mit FSC-Kennzeichen zu erhöhen.

Klein- und Dorfwald-Kennzeichen
Die Anmerkungen bezüglich der Klein- und Gruppenproduzenten-Kennzeichnungen wurden in den neuen Standard aufgenommen und die entsprechenden Kennzeichnungen werden mit den anderen Kennzeichen vorgestellt.Wälder

Für Immer Für Alle-Warenzeichen
Der Einsatz der Wälder Für Immer Für Alle-Warenzeichen, der zuvor von einer Anmerkung abgedeckt wurde, ist nun in dem neuen Standard enthalten und wurde mit anderen Anforderungen verknüpft.

Anforderungen beim Verkauf
In dem aktuellen Standard können Organisationen, die seit dem letzten Audit keine FSC-Produkte mehr abgesetzt haben, die FSC-Warenzeichen nicht für die allgemeine Unternehmenskommunikation nutzen. Diese Vorgabe wird mit dem neuen Standard aufgehoben. Damit sollen Unternehmen unterstützt werden, die FSC-zertifizierte Produkte nur auf Nachfrage anbieten und in dem entsprechenden Zeitraum keine dieser Produkte verkaufen konnten.

Einsatz der Warenzeichen auf Visitenkarten
Die Vorgaben für den Einsatz der FSC-Warenzeichen auf Visitenkarten wurden überarbeitet. Derzeit kann ein FSC-Kennzeichen zur Beschreibung des FSC-zertifizierten, eingesetzten Papieres auf einer Visitenkarte gezeigt werden, jedoch nicht in Verbindung mit der Organisationszertifizierung. Das ändert sich im neuen Standard: Texthinweise wie „Wir sind FSC-zertifiziert“ oder „Wir verkaufen FSC-zertifizierte Produkte“ sind in Kombination mit der FSC-Lizenznummer der Organisationen erlaubt.

Äusserungen über den FSC
Ein Thema, das in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen geführt hat, ist die Kommunikation von Zertifikatsinhabern über den FSC und insbesondere über die verschiedenen Kennzeichen. Dazu wurde der Anhang „Wie der FSC und Produkte mit FSC-Aussage beschrieben werden“ inklusive praktischer Textvorschläge eingeführt.
Anmerkung: Zertifikatsinhaber sind nicht dazu verpflichtet, den vorgeschlagenen Text zu verwenden. Es soll vielmehr bei der korrekten und einheitlichen Beschreibung des FSC helfen und den Freigabeprozess der Warenzeichen erleichtern.

Was ist mit dem Text im FSC Mix-Kennzeichen?
Diejenigen, die die Anhörung zu dem neuen Standard verfolgt haben, wissen, dass es viele Diskussionen über den Text für die Mix-Kennzeichen gab. Bedenken wurden besonders seitens der Umweltkammer geäussert, dass der aktuelle Wortlaut („von verantwortungsbewussten Quellen“) die Realität des kontrollierten Holzes nicht ausreichend widerspiegelt. Es konnte kein Konsens darüber gefunden werden, ob der Wortlaut erneuert wird und wenn ja, wie dieser konkret lauten sollte. Dies wurde zusätzlich dadurch erschwert, dass der FSC parallel die Strategie zum kontrollierten Holz (engl. „Controlled Wood“) überarbeitet. Infolgedessen wurde die Entscheidung so lange vertagt, bis die neue Strategie für das kontrollierte Holz anerkannt ist. Es wurde vereinbart, dass die Veröffentlichung des neuen Standards nicht verschoben werden sollte und daher mit dem Hinweis erscheint, dass sich das Mix-Kennzeichen im Laufe der Zeit noch ändern kann. Zertifikatsinhaber können weiterhin die aktuellen Mix-Kennzeichen mit (und mit dem neuen Standard alternativ auch ‚ohne‘) dem bestehenden Text verwenden.

Übergangzeit
Der Standard tritt am 1. März 2018 in Kraft. Es gilt eine einjährige Übergangszeit bis zum 28.2.2019


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